Denkmal dran! - Schüler adoptieren Denkmäler
Das Pilotprojekt "Denkmal dran!" forderte Berliner Schülerinnen und Schüler auf, "Patenschaften" für einzelne Grabstätten auf dem jüdischen Friedhof an der Schönhauser Allee zu übernehmen.
Die jungen Menschen sollten sich
zum einen auf Spurensuche begeben und das soziale Umfeld deutscher
Juden erkunden. Zum anderen übernahmen sie Verantwortung für die
Erhaltung und Pflege jüdischer Gedenkorte.
Dabei stand die eigenständige Recherchetätigkeit der Jugendlichen im Vordergrund: Durch intensive Beschäftigung mit den Biografien jüdischer Persönlichkeiten und Familien lernten sie das Alltagsleben der Juden in Berlin kennen. Sie erhielten Einblicke in jüdische Geschichte und Gegenwart, die sie sich unter fachkundiger Anleitung selbst erarbeiten. Die Schülerinnen und Schüler übten so auf kreative Weise wissenschaftliche Arbeitstechniken, während sie sich dem Thema "Judentum in Deutschland" sensibel annäherten.
Dadurch sollte auch zum Abbau, leider noch vielfach vorhandener Vorurteile beigetragen werden. Zugleich schärfte das Projekt das Bewusstsein der Jugendlichen für die Historizität des sie umgebenden Raumes.
Phase 1 umfasste die organisatorische Vorplanung, die Kontaktaufnahme mit den mitwirkenden Partnerinstitutionen und das Abwägen der Interessenlagen aller Beteiligten. Die Berliner Schulen wurden von dem Projekt in Kenntnis gesetzt, Kooperationen wurden vereinbart.
Phase 2 startete dann zum Beginn des Schuljahrs 2006/07 im August 2006. Die Partnerschulen bildeten Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten, die auf interdisziplinäre Weise erforscht und schließlich untereinander vernetzt wurden. Eine Eröffnungsveranstaltung brachte alle Teilnehmer ins Gespräch und vermittelte den Jugendlichen das praktische und theoretische Wissen für die fruchtbare Arbeit in den Gruppen. Im Laufe des Schuljahres begaben sich die Schülerinnen und Schüler auf historische Spurensuche, wobei sie im ständigen Austausch miteinander und mit kompetenten Betreuern standen.
In der 3. Phase wurden die Ergebnisse aufgearbeitet und auf einer Open-Space-Konferenz öffentlich präsentiert. Preise im Wert von bis zu 1000 Euro für die besten Schülerideen dienten als zusätzlicher Anreiz. Der Filmemacher Carsten Krüger begleitete das Projekt medial: Er filmte die Aktivitäten der Schüler und dokumentierte sie in einer etwa halbstündigen Reportage. Diese sollte nicht nur im Fernsehen ausgestrahlt, sondern auch anderen Schulen für den Unterricht zur Verfügung gestellt werden.
Den engagierten SchülerInnen und Lehrkräften des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums und des John-Lennon-Gymnasiums galt unser besonderer Dank. Wir danken weiterhin der Jüdischen Gemeinde Berlin, dem Centrum Judaicum, der Senatskanzlei Berlin und dem Landesdenkmalamt für ihre Unterstützung.
Förderer & Partner:
- Vodafone Stiftung Deutschland
- Mercedes-Benz Niederlassung Berlin
- Axel Springer Stiftung
- Kreuzberger Kinderstiftung




