20. Jahrestag der freien Volkskammerwahl
Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft e.V., Dr. Dr. h. c. Lothar de Maizière, hält Rede im Deutschen Bundestag
Hauptredner war der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft e.V., Dr. Dr. h. c. Lothar de Maizière, in seiner Funktion als letzter Ministerpräsident der DDR. In seiner Rede betonte er: "Ein Volk wurde sich seiner selbst bewusst, und es hat sich selbst befreit. Mit dem Fall der Mauer stand fest, dass nichts wieder so sein würde, wie es war." Und: "Die Freiheit war es, die ohne Zweifel im Zentrum der Ereignisse jener beiden Jahre stand, deren Jubiläen wir gefeiert haben und noch begehen werden."
De Maizières Rede war ein "Plädoyer für die Freiheit". Die Wahl am 18. März 1990 habe die Menschen elektrisiert: "Ich kenne niemanden, der in diesen Tagen nicht als Wahlkämpfer, als Kandidat, als Demonstrant oder in irgendeiner anderen Weise in das Geschehen eingegriffen oder doch zumindest in höchster Spannung verfolgt hätte." Mit der Wahlbeteiligung von 93,4 Prozent halte man "wohl noch lange einen einsamen Rekord“.
Die DDR sei kollabiert, weil "eine immer größer werdende Zahl von Menschen es vorgezogen hat, ihr gesamtes bisheriges Leben, ihren gesamten Besitz, ihre Freunde, ihre Arbeit, die vermeintliche soziale Sicherheit aufzugeben, um woanders in Freiheit ganz neu anzufangen".
Dieses "Fundament unserer Freiheit" gilt es weiterhin zu pflegen: "Ich werde, solange ich lebe, zu jeder freien Wahl gehen!" Mit diesen Worten schloss Dr. Lothar de Maizière unter großem Beifall seine Rede zum 20. Jahrestag der ersten freien Volkskammerwahl der DDR.
Rudolph Hermann, Horst Teltschik, Lothar de Maizière, Werner Schulz (v.l.n.r.)





