Bundesminister de Maizière würdigt die Leistung deutsch-deutscher Partnerschaften
Partnerschaftskongress vom 27.-28. September 2010 in Berlin
Berlin, 28.09.2010
Am 27. und 28. September 2010 lud die Deutsche Gesellschaft e.V. im Namen des Bundesministers des Innern und Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer Dr. Thomas de Maizière zum Kongress „Deutsch-deutsche Partnerschaften. Städte, Landkreise und Gemeinden als Gestalter der deutschen Einheit“ ein.
„Partnerschaft darf und soll auch Spaß machen!“ betonte der Bundesminister des Innern in seinem einleitenden Vortrag. Zu dem zweitägigen Kongress waren etwa 200 Akteure aus Verwaltung und Zivilgesellschaft aus ganz Deutschland sowie Wissenschaftler, Politiker und Experten nach Berlin gekommen, um die Bedeutung deutsch-deutscher Partnerschaften 20 Jahre nach der Wiedervereinigung zu würdigen.
Rückblickend erinnerte der Bundesminister zunächst daran, dass es „oft gar nicht die ganz großen Themen waren, die Protest hervorriefen“ und somit zur Friedlichen Revolution beitrugen. Dies lenkte den Blick auf die vor 1989 unter widrigen politischen Umständen geschlossenen deutsch-deutschen Städtepartnerschaften. Die Bedeutung partnerschaftlicher Beziehungen hob Dr. de Maizière in der anschließenden Podiumsdiskussion mit Vertretern einer Schulpartnerschaft zwischen Jena und Erlangen hervor: „Über kommunalpolitisches Engagement kann sozialpolitisches Bürgerengagement entstehen“.
Der Chefredakteur der Zeitschrift SuperIllu Jochen Wolff überreichte zum Abschluss des Kongresses den Einheitspreis an die Städtepartnerschaft zwischen Jena und Erlangen als ein Beispiel für eine besonders lebendige und erfolgreiche Partnerschaft. Die so gewürdigte Partnerschaft zeigt, dass deutsch-deutsche Partnerschaften auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung einen wichtigen Beitrag zum gegenseitigen Austausch auf politischer, kultureller und gesellschaftlicher Ebene leisten können.
Auf dem Kongress wurden erstmals die Ergebnisse einer Studie des Leibniz-Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung präsentiert. Die Studie belegt die Relevanz der Partnerschaften zur Förderung des deutschen Einigungsprozesses. Für über die Hälfte der Befragten spielen Partnerschaften bis heute eine zentrale Rolle. Eine Mehrheit von 85 Prozent der Akteure aus Verwaltung und Zivilgesellschaft schätzt die Verbindungen als erfolgreich ein. Um den Fortbestand der Partnerschaften künftig zu sichern, sollen insbesondere junge Menschen zum Einsatz für die Partnerschaftspflege begeistert werden.
Diese wissenschaftlichen Ergebnisse flossen auch in die vier Podiumsdiskussionen ein, auf denen sich Vertreter von Partnerschaften, Wissenschaftler, Politiker und Experten mit dem Publikum austauschten. Neben kommunal- und regionalpolitischen Erfahrungen der letzten 20 Jahre richtete sich der Blick vor allem auf die Frage, wie Partnerschaften in Zukunft erfolgreich und gewinnbringend gestaltet werden können. Weitgehend Einigkeit bestand darin, dass die Partnerschaften „raus aus dem Rathaus und auf den Marktplatz“ gebracht werden müssen. Zahlreiche aktiv gelebte Partnerschaften bezeugten auf dem Kongress, dass nur auf der Basis bürgerschaftlichen Engagements Partnerschaften zukunftsfähig gestaltet werden können.
Den Eindruck, die Städte seien heute das „Labor der Zukunft“ bestärkten auch die Vertreter der Wissenschaft in der Diskussion, die auf die Herausforderungen der Zukunft verwiesen. Dass eine von breitem bürgerschaftlichen Engagement im Rahmen von Austauschen, Vereinen, Chören, Schulpartnerschaften und gemeinsamen Aktivitäten getragene Partnerschaft auch in Zukunft erfolgreich sein kann, ist sich der Jenaer Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter sicher: „Die jungen Menschen tragen den Staffelstab weiter!“.





