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Lesereihe "Die Mauer verändert alles - überall"

Nachbericht

Vom 20. April bis zum 29. Juni veranstaltete die Deutsche Gesellschaft e. V. in Kooperation mit der Gedenkstätte Berliner Mauer und finanziert mit Mitteln des Berliner Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR

(LStU) eine Lesereihe zum Thema „Die Mauer verändert alles - überall“. Jeden zweiten Mittwoch wurde durch ein schriftstellerisches  Werk der Einfluss der Berliner Mauer auf verschiedenste Lebensbereiche  veranschaulicht und in einem anschließenden Gespräch mit dem Publikum diskutiert.

 

Martin Stenkamp, Susan Trinitz und Priska Jones Julia Schoch Hellmut Henneberg

Nach einer Einführungsveranstaltung zu den historischen Hintergründen des Mauerbaus, vorgestellt durch den Heidelberger Professor Edgar Wolfrum, folgte mit Werner Krätschel der Blick auf die Kirche in der DDR. Als ehemaliger Superintendent des Kirchenkreises Berlin-Pankow berichtete er von den Möglichkeiten und Schwierigkeiten der kirchlichen Opposition, einen Freiheits- und Rückzugsraum innerhalb der SED-Diktatur zu bilden. Die nächsten Veranstaltungen zeigten anhand von Einzelschicksalen, wie die Mauer auch die persönliche Lebenssphäre durchdrang. Julia Schoch setzte die gefühlte Begrenztheit in der DDR in einem Roman über zwei Schwestern um, während Hellmuth Henneberg vom rbb einen Tatsachenbericht über einige jugendliche Gemeindemitglieder vornahm, die kurz nach Mauerbau in einem Schauprozess wegen angeblicher Staatshetze zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt wurden.

Die zwei letzten Veranstaltungen widmeten sich den Themen Kabarett und globalisierte Gegenwart. Zum einen wurde in einer Mischung aus szenischer Lesung und historischem Kommentar mit dem Schauspieler Martin Stenkamp und den Historikerinnen Susan Trinitz und Priska Jones untersucht, wie das politische Kabarett in Ost und West auf das Bauwerk in Berlin reagierten. Zum anderen wurde von Dr. Anna Kaminsky von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gezeigt, dass die Mauer in ihren Teilen inzwischen auf der ganzen Welt verstreut liegt. Die Mauerstücke fanden ihren Weg in die verschiedensten Länder der Welt, von Polen über Südkorea, die USA bis Russland und veranschaulichen mit ihrer weltweiten Präsenz die weit reichende Bedeutung, die die Berliner Mauer auch heute noch besitzt.

Die Deutsche Gesellschaft e. V. freut sich über eine gelungene Veranstaltung mit abwechslungsreichen und spannenden Inhalten und bedankt sich ganz herzlich bei allen Autoren, Referenten und Gästen für ihre Teilnahme.