Zeitzeugengespräch und Publikationsvorstellung
Ostpreußens Wolfskinder. Vom Erinnern zum Handeln
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs flohen Tausende Kinder aus dem nördlichen Ostpreußen vor Hunger und Not ins benachbarte Litauen. Viele hatten ihre Eltern verloren oder waren von ihren Familien getrennt worden. Auf sich allein gestellt, suchten sie Nahrung und Zuflucht und wurden zum Teil von litauischen Familien aufgenommen. Später wurden sie als „Wolfskinder“ bezeichnet. Ihre Erfahrungen blieben über Jahrzehnte weitgehend außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung.
Am 23. September 2026 widmete sich die Veranstaltung „Ostpreußens Wolfskinder. Vom Erinnern zum Handeln“ im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung diesem besonderen Kriegsfolgenschicksal.
Im Zentrum des Abends standen zwei „Wolfskinder“, die als Zeitzeugin und Zeitzeuge persönlich von ihren Erfahrungen berichteten. Ihre Erinnerungen vermittelten eindrücklich, welche Folgen Krieg, Hunger, Verlust und Entwurzelung für Kinder haben können – und wie diese Erfahrungen ganze Lebenswege prägen.
Begleitend stellte die Gesellschaft für bedrohte Völker e. V. die neue dreisprachige Publikation „Ostpreußens Wolfskinder. Vergleichende Perspektiven im europäischen Kontext“ vor. Der Band versammelt unterschiedliche wissenschaftliche und erinnerungskulturelle Perspektiven auf die Geschichte der „Wolfskinder“ und macht sie in deutscher, englischer und litauischer Sprache zugänglich.
Die Veranstaltung nahm damit nicht allein die historischen Ereignisse in den Blick. Sie fragte zugleich danach, wie die Erinnerung an Krieg, Flucht und Vertreibung über nationale Grenzen hinweg bewahrt werden kann und welche Verantwortung aus den Erfahrungen der Vergangenheit für Gegenwart und Zukunft erwächst. Die deutsch-litauische Perspektive spielte dabei eine besondere Rolle.
23. September 2026 | 18.30 Uhr
Ostpreußens Wolfskinder. Vom Erinnern zum Handeln
Zeitzeugengespräch und Vorstellung der Publikation
„Ostpreußens Wolfskinder. Vergleichende Perspektiven im europäischen Kontext“
Moderation: Dr. Christopher Spatz
Veranstaltungsort:
Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Stresemannstraße 90
10963 Berlin
Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung, der Gesellschaft für bedrohte Völker e. V. und der Botschaft der Republik Litauen in der Bundesrepublik Deutschland realisiert.
Veranstaltungsbericht
Welche persönlichen Erinnerungen teilten die beiden „Wolfskinder“? Welche historischen Zusammenhänge standen im Mittelpunkt des Abends? Und welche Perspektiven eröffnet die neue dreisprachige Publikation?
Ein ausführlicher Veranstaltungsbericht zeichnet die zentralen Beiträge, Gespräche und Eindrücke des Abends nach.
» Zum ausführlichen Veranstaltungsbericht
Förderung
Die Mitwirkung der Deutschen Gesellschaft e. V. an der Veranstaltung wurde durch das Land Berlin auf Grundlage des § 96 des Bundesvertriebenengesetzes (BVFG) gefördert.
§ 96 BVFG überträgt Bund und Ländern im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten die Aufgabe, das Kulturgut der historischen Vertreibungsgebiete zu erhalten sowie Wissenschaft und Forschung zu den Folgen von Vertreibung und zur Eingliederung der Vertriebenen und Flüchtlinge zu fördern.
Die Beschäftigung mit den „Wolfskindern“ trägt dazu bei, ein lange wenig beachtetes Kriegsfolgenschicksal im historischen Gedächtnis zu bewahren, wissenschaftliche und erinnerungskulturelle Perspektiven miteinander zu verbinden und die grenzüberschreitende Auseinandersetzung mit Flucht und Vertreibung zu stärken.

Für die Förderung und Unterstützung danken wir dem Land Berlin herzlich.
Veranstaltung im Video
Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und kann auch nachträglich auf dem YouTube-Kanal des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung angesehen werden.
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Ansprechpartner:
Dr. Vincent Regente
Leiter Abt. EU & Europa
Tel.: 030 88412 288
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