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Werkstattprojekt in Oerlinghausen und Berlin

denК.Orte – Topografie sowjetischer Repression als Beitrag zu einer pluralen Erinnerungskultur in der Migrationsgesellschaft.

Titelbild Junge RD
 

Ausschreibung

Die Sowjetunion prägte, oft auf tragische Weise, die Schicksale von Millionen Menschen. Die Folgen wirken sich bis in die nachgeborenen Generationen aus. Das betrifft in Deutschland besonders Menschen mit russlanddeutschen und anderen postsowjetischen Familienbiografien. Spuren sowjetischer Repressionen haben sich in die Lebensgeschichten der Menschen eingeschrieben, insbesondere als Hauptmotiv ihrer Migrationsgeschichte(n). Zugleich mangelt es im heutigen Deutschland an sichtbaren Erinnerungsorten - Orten, an denen diese Zusammenhänge sinnstiftend vermittelt werden.

Gemeinsam mit Dir – jungen Russlanddeutschen und anderen jungen Menschen mit und ohne postsowjetischer Migrationsgeschichte – möchten wir die Zusammenhänge zwischen sowjetischer Repression und Migration erforschen, dokumentieren und erzählen. Dafür laden wir Dich zu unserem Projekt ein, das aus drei Teilen besteht: einer einwöchigen Sommerwerkstatt in Oerlinghausen/Detmold (3. bis 7. Juni 2024), einer selbstständigen Arbeitsphase und einem Präsentationsseminar in Berlin (27. bis 29. September 2024). Kern des Vorhabens sind Eure eigenen Projektvorhaben, die Ihr mitbringen möchtet und an denen Ihr selbständig und gemeinsam in der Gruppe arbeiten könnt. Das Begleitprogramm mit Impulsen und moderierten Workshops dient Euch zur Unterstützung.

In Euren Formaten könnt Ihr Euch mit folgenden Fragen und „Orten“ befassen:

  1. Was sind für Euch Orte, Personen, Institutionen, Kunstwerke, Folklore, Lieder oder Gegenstände, die Euch an die sowjetische Vergangenheit Eurer Familien erinnern und zugleich mit der Aussiedlung, Repression oder Deportationen in Verbindung stehen?
  2. Gibt es Orte, Personen, Institutionen, Kunstwerke, Folklore, Lieder oder Gegenstände in Eurer Umgebung, die konkret oder symbolisch mit den Auswirkungen des Sowjetregimes auf Russlanddeutsche oder andere Gruppen verbunden sind?
  3. Welche Orte fehlen und wie könnten sie aussehen? Wo braucht es mehr Sichtbarkeit, Vermittlung, Mahnung und Würdigung der Geschichte der Deutschen aus Russland und weitere Reflexionsräume zu den Auswirkungen der sowjetischen Repression?

Das Ziel unseres Projektes ist es, die von Euch identifizierten und beschriebenen Erinnerungsorte zu kartieren und auf einer Webseite öffentlich zugänglich zu machen. Damit möchten wir ein Bewusstsein für diese Geschichte(n) schaffen und für eine vielstimmige und multiperspektivische Erinnerungskultur in Deutschland werben.

Um Eure Arbeit und Eure Ergebnisse zu würdigen und in die Breite zu tragen, veranstalten wir im September 2024 ein Präsentationsseminar. Zu diesem laden wir Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kultur und Gesellschaft ein.

Teilnahmealter: Das Projekt richtet sich vornehmlich – aber nicht ausnahmslos – an junge Menschen von 18 bis 27 Jahren.

Teilnahme: Für Euer Projektvorhaben erhaltet Ihr ein Stipendium in Höhe von 125,00 Euro. Die Teilnahme ist ansonsten kostenfrei (inklusive Übernachtung und Verpflegung). Eure Reisekosten können auf Grundlage des Bundesreisekostengesetztes erstattet werden.

Bewerbungsmodalitäten: Bitte füllt bis spätestens zum 3. März 2024 Eure Interessenbekundung bei Googleforms aus. Ihr erhaltet bis spätestens zum 12. März 2024 Rückmeldung!

 

Projektidee

Junge Menschen begeben sich auf die Spurensuche nach russlanddeutschen Erinnerungsorten im Kontext sowjetischer Repressionen. Sie entdecken Motive und Auswirkungen auf die deutsche Geschichte und Gesellschaft, interpretieren diese, fügen sie in gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge ein und präsentieren sie der Öffentlichkeit. Auch andere junge Menschen mit und ohne postsowjetischer Migrationsgeschichte sind zur Teilnahme eingeladen.

Das Projekt besteht aus drei Phasen: einer Werkstattwoche, einer selbstständigen Arbeitsphase der Teilnehmenden sowie einem abschließenden Präsentationsseminar. Die Teilnehmenden werden inhaltlich und methodisch unterstützt, eigene Projektvorhaben im Kontext einer vielstimmigen und multiperspektivischen Erinnerungsarbeit zu bearbeiten und vorzustellen. Die Projekte werden anschließend dauerhaft auf einer Projektwebseite öffentlich zugänglich gemacht.

Eine Schlüsselkomponente des Projekts ist die Entwicklung einer webbasierten, interaktiven Karte, auf der die erfassten Erinnerungsorte dargestellt und erfahrbar gemacht werden. Die Teilnehmenden erforschen – nach dem Konzept von von Etienne François, Hagen Schulze sowie Aleida und Jan Assmann – materielle und immaterielle Erinnerungsorte, die die Auswirkung sowjetischer Repressionen auf Russlanddeutsche darstellen. Bei ihrer Spurensuche werden die Teilnehmenden auch nach „fehlenden Orten“ suchen, Orten, die heute keine physische Präsenz mehr haben, aber in der Geschichte oder Erinnerungskultur eine bedeutende Rolle spielen. Diese Orte könnten Notunterkünfte, Treffpunkte, Geschäfte aber auch Lieder, Bücher, Institutionen oder Menschen sein, die in der Geschichte der sowjetischen Repression und der Migration der russlanddeutschen Gemeinschaft von Bedeutung sind. Durch persönliche Geschichten, Fotos oder Dokumente werden diese „Orte“ identifiziert und in die digitale Karte integriert.

Dieser interaktive Ansatz dient dazu, auch unbekannte Auswirkungen der sowjetischen Repression zu verdeutlichen. Der Fokus wird dabei über die russlanddeutsche Geschichte hinaus erweitert und auch Kollektiverfahrungen anderer postsowjetischer Gruppen werden miteinbezogen. Die auf diese Weise erarbeiteten Inhalte bereichern die politisch-historische Diskussion und die Erinnerungskultur in Deutschland um bislang oft übersehene und überhörten Perspektiven.

 

Sommerwerkstatt 03.-07.06.2024

Programmentwurf v. 22.02.2024

Ort: Akademie am Tönsberg in Oerlinghausen

Montag, 03.06.2024

bis 15 Uhr
Anreise
15:30–16:30     
Kennenlernen, Einführung in das Programm, erste Reflektion/Erwartungen abstimmen
16:45–18:00
Vorstellung der Projektideen der Teilnehmenden; Konstituierung der Arbeitsgruppen
18:00–19:00
Abendessen
19:00–20:30
Seminar:
Erinnerungsorte sowjetischer Gewaltherrschaft in Deutschland?
Dr. Marit Cremer, Fachhochschule Potsdam

Dienstag, 04.06.2024

09:30–10:00
Impuls 1:
Erinnerungsorte – ein verstaubtes Konzept aus den 1990er Jahren?
Dr. Vincent Regente, Leiter Abt. EU & Europa der Deutschen Gesellschaft e. V.
10:00–10:45
Impuls 2:
Bedingt kompatibel: russlanddeutsche Kollektivgeschichte und etablierte Geschichtserzählungen in Deutschland und in Herkunftsstaaten der Aussiedlerinnen und Aussiedler
Edwin Warkentin, Kulturreferat für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte
11:00–12:30
Arbeit in den Arbeitsgruppen I
1. Redaktionelles Arbeiten
Workshop-Leitung: Tamina Kutscher, Journalistin und Slawistin; Co-Workshop-Leitung: N. N.
2. Wissenschaftliches Arbeiten
Workshop-Leitung: Dr. Marit Cremer, Co-Workshop-Leitung: N. N.
3. Wissenschaftsvermittlung im digitalen Raum
Workshop-Leitung: Dr. Antje Johanning-Radžienė, Stellv. Leiterin der Abteilung - Wissenschaftsforum des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung; Co-Workshop-Leitung: N. N.
12:30–13:30
Mittagessen
15:00–17:30
Arbeit in den Arbeitsgruppen II
18:00–19:00
Abendessen
19:00–20:30
Seminar:
„Aufarbeitung des Stalinismus in Russland – Aufarbeitung des Stalinismus in der Bundesrepublik“ – Ein Forschungsbericht
Alexander Makeev, Historiker

Mittwoch, 05.06.2024

09:00–10:30
Seminar:
Sowjetische und Postsowjetische Erinnerungskultur im Internet und den Sozialen Medien
Tamina Kutscher, Journalistin und Slawistin
11:00–12:30 Arbeit in den Arbeitsgruppen III
12:30–13:30 Mittagessen
15:00–17:30 Arbeit in den Arbeitsgruppen IV
17:45–18:30 Abendessen
19:30–21:00
Lesung und Gespräch:
Roman: Das Gedächtnis der Töchter, Berlin 2023
Irene Langemann, Autorin und Filmemacherin
Moderation: Edwin Warkentin

Donnerstag, 06.06.2024 (Exkursion nach Detmold)

09:30–10:30
Fahrt nach Detmold
10:30–13:00
Seminar im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte
Edwin Warkentin
13:00–14:00
Mittagessen
14:00–17:00
Führung durch das russlanddeutsche Detmold / freie Zeit in Detmold
Edwin Warkentin
17:00–18:00
Rückreise nach Oerlinghausen
18:00–19:00 Abendessen
19:30–21:00
Vorstellung der Projektideen der Arbeitsgruppen

Freitag, 07.06.2024

Vormittags   
Reflektion
Mittags
Abreise

 

 

Präsentationsseminar 27.-29.09.2024

Programmentwurf v. 31.01.2024

Ort: Berlin

Freitag, 27.09.2024

bis 15 Uhr
Anreise
15:30–18:00
Austausch und interne Vorstellung der Teilnehmerprojekte
18:00–19:00
Abendessen
19:00–20:30
Kulturelles Programm

Samstag, 28.09.2024

10:00–12:30
Führung: Erinnerungsorte sowjetischer Gewaltherrschaft in Berlin
Edwin Warkentin
13:00–14:00
Mittagessen
14:00–15:30
Vorbereitung der gemeinsamen Präsentation
16:00–19:30
Lesung und Gespräch:
Russlanddeutsche Biographien – Aufarbeitung der sowjetischen Repressionsgeschichte
Irina Peter, Journalistin (u. a. „Steppenkinder“ und Stadtschreiberin von Odessa 2021)
 
Präsentation und Diskussion der Teilnehmerprojekte
Natalie Pawlik MdB, Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedler und nationale Minderheiten (angefragt)
Claudia Roth, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (angefragt)
Teilnehmende des Projektes
Moderation: Irina Peter, Journalistin

Sonntag, 29.09.2024

Vormittags
Reflektion
Mittags
Abreise

 

Ansprechpartner:

Dr. Vincent Regente
Leiter der Abteilung EU & Europa
Tel.: +49 (0)30 88 412 288
» E-Mail

 

Das Projekt wird gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

 

Bundesstiftung Aufarbeitung

 

 

 

Weitere Projektpartner- und Förderer sind:

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Logo Kulturreferat

Logo Museum f r KG

Logo BKM

 

 

 
 
 

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