2026-2028 Seminarangebote
An die Shoa erinnern – Toleranz stärken
Bildungsangebote und Gedenkstättenbesuche zur Holocaust-Erinnerung für Schulen
Die Erinnerung an die Shoa gehört zu den zentralen Aufgaben historisch-politischer Bildung. Zugleich verändert sich der Zugang zur Geschichte: Die zeitliche Distanz wächst, persönliche Zeugnisse müssen neu vermittelt werden, und antisemitische oder menschenfeindliche Deutungen fordern demokratische Gesellschaften weiterhin heraus.
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| Das kreisförmige Projektlogo verweist auf die bleibende Verantwortung, die Erinnerung an die Shoa nicht abbrechen zu lassen. Die offene Form und der Lichtpunkt stehen für Zeugenschaft, Gespräch und die Aufgabe, aus der Erinnerung heraus Demokratie und Toleranz zu stärken. |
Mit dem europäischen Projekt WITNESS-REM möchte die Deutsche Gesellschaft e. V. Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, sich historisch fundiert, aufmerksam und gegenwartsbezogen mit der Shoah auseinanderzusetzen. Die Bildungsangebote verbinden historische Vermittlung, biografische Zugänge, gemeinsames Nachdenken und den Besuch von Gedenkstätten, Museen oder Erinnerungsorten.
Das Projekt wird von mehreren europäischen Partnern getragen. Im Mittelpunkt stehen die Erinnerung an die Shoa, die Auseinandersetzung mit historischen Zeugnissen und die Frage, was diese Geschichte für Demokratie, Menschenwürde und Toleranz heute bedeutet. Dabei geht es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch um die Stärkung von Urteilsfähigkeit, Empathie und demokratischer Verantwortung.
In Deutschland führt die Deutsche Gesellschaft e. V. acht zweitägige Bildungseinheiten für Schulen durch. Jede Einheit besteht in der Regel aus einem vorbereitenden Bildungstag in der Schule und einem anschließenden Besuch eines historischen Lern- oder Erinnerungsortes.
Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern arbeiten wir unter anderem zu folgenden Themen:
- die Geschichte der Shoa und der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik
- jüdisches Leben vor, während und nach der Shoa
- Biografien von Verfolgten, Überlebenden und Zeuginnen und Zeugen
- Formen der Erinnerungskultur in Deutschland und Europa
- Antisemitismus, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit
- Verantwortung, Demokratie und Toleranz in der Gegenwart
Geplante Bildungseinheiten in Deutschland
Die folgenden Angebote sind im Rahmen des Projektes vorgesehen. Die konkrete Terminplanung erfolgt in Abstimmung mit interessierten Schulen. Die genannten Monate dienen der Orientierung. Jede Bildungseinheit verbindet einen vorbereitenden Seminartag in der Schule mit dem Besuch eines Gedenk-, Lern- oder Erinnerungsortes. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Bayern / KZ-Gedenkstätte Dachau
Voraussichtlich Oktober 2026
Schwerpunkt: frühe nationalsozialistische Verfolgung, Konzentrationslager als Instrument von Terror und Ausgrenzung, Erinnerung am historischen Ort.
Der Termin ist noch an eine interessierte Schule zu vergeben.
Niedersachsen / Gedenkstätte Bergen-Belsen
Voraussichtlich Dezember 2026
Schwerpunkt: Verfolgung, Lagergeschichte, Befreiung, Überleben und Nachgeschichte. Im Mittelpunkt stehen auch biografische Zugänge und die Frage, wie Zeugnisse von Überlebenden heute weitergegeben werden können.
Der Termin ist noch an eine interessierte Schule zu vergeben.
Nordrhein-Westfalen / Köln
Voraussichtlich März 2027
Schwerpunkt: lokale Geschichte der Shoah, jüdisches Leben in der Stadt, Entrechtung, Deportation und Erinnerung im öffentlichen Raum. Vorgesehen ist die Auseinandersetzung mit Erinnerungsorten wie dem NS-Dokumentationszentrum EL-DE-Haus, Stolpersteinen oder weiteren Orten der Shoah-Erinnerung in Köln.
Der Termin ist noch an eine interessierte Schule zu vergeben.
Thüringen / Gedenkstätte Buchenwald
Voraussichtlich Mai 2027
Schwerpunkt: nationalsozialistisches Lagersystem, Zwangsarbeit, politische und rassistische Verfolgung, Gewalt und Selbstbehauptung im Konzentrationslager.
Der Termin ist noch an eine interessierte Schule zu vergeben.
Hamburg / KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Voraussichtlich Juni 2027
Schwerpunkt: Konzentrationslager und Zwangsarbeit, wirtschaftliche Ausbeutung, Verantwortung von Institutionen und Gesellschaft sowie Formen der Erinnerung nach 1945.
Der Termin ist noch an eine interessierte Schule zu vergeben.
Brandenburg / Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Voraussichtlich September 2027
Schwerpunkt: Frauen im Nationalsozialismus, geschlechtsspezifische Verfolgung, Erfahrungen jüdischer Frauen und anderer Verfolgter sowie Erinnerung an ein zentrales Frauen-Konzentrationslager.
Der Termin ist noch an eine interessierte Schule zu vergeben.
Hessen / Frankfurt am Main
Voraussichtlich Februar 2028
Schwerpunkt: jüdisches Leben vor, während und nach der Shoah, Familiengeschichten, Brüche und Kontinuitäten sowie Formen jüdischer Gegenwart und Erinnerung. Vorgesehen ist der Besuch des Jüdischen Museums Frankfurt sowie weiterer lokaler Erinnerungsorte.
Der Termin ist noch an eine interessierte Schule zu vergeben.
Sachsen / Leipzig
Voraussichtlich Mai 2028
Schwerpunkt: lokale Shoa-Geschichte, Deportation, Verfolgung im Stadtraum und heutige Erinnerungskultur. Vorgesehen ist die Auseinandersetzung mit Stolpersteinen, ehemaligen Deportationsorten oder weiteren Erinnerungszeichen im öffentlichen Raum.
Der Termin ist noch an eine interessierte Schule zu vergeben.
Teilnahme
Die Teilnahme ist für Schulen kostenfrei. Interessierte Lehrkräfte können sich gerne an die Deutsche Gesellschaft e. V. wenden. Die genaue Ausgestaltung des Angebots wird gemeinsam abgestimmt und an die jeweilige Lerngruppe angepasst.
Ansprechpartnerin:
Carolin Schneider
Referentin EU & Europa
Tel.: 030 88412 202
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