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Hier finden Sie die aktuellen Presseinformationen der Deutschen Gesellschaft e. V.

 

 

2022

 

 

Hier finden Sie die aktuellen Presseinformationen der Deutschen Gesellschaft e. V.

 

 

2022

 

 

Pressemitteilung 21.09.2022

 

Allmächtige Medien, ohnmächtige Medien

Bürgerdebatte in Weimar

Schwindet das Vertrauen der Bevölkerung in die Leitmedien? Diesen und anderen Fragen geht eine Bürgerdebatte am 13. Oktober 2022 nach.

Weimar. Am 13. Oktober 2022 lädt der gemeinnützige Verein Deutsche Gesellschaft e. V. von 18 bis 20 Uhr zur Bürgerdebatte in das Jugend- und Kulturzentrum mon ami (Goetheplatz 11, 99423 Weimar) ein. Den Fragen der Bürgerinnen und Bürger u. a. über die Erwartungen an die Medien, das Vertrauen in sie sowie die mediale Berichterstattung über Ostdeutschland stellen sich Sergej Lochthofen (Autor und Journalist), Dr. Lutz Mükke (Medienjournalist) und Prof. Dr. Wolfgang Schweiger (Professor für Kommunikationswissenschaft, insb. interaktive Medien- und Onlinekommunikation, Universität Hohenheim). Jana Münkel (Journalistin und Moderatorin, Deutschlandfunk Kultur) moderiert. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten: 030 / 88412 – 205. Informationen zur Veranstaltung: www.deutsche-gesellschaft-ev.de.

Die Bürgerdebatte „Allmächtige Medien, ohnmächtige Medien“ ist die fünfte Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Meine Medien, meine Stimme? Zur Rolle der Medien in Ostdeutschland“, gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland und die Otto Brenner Stiftung.

Pressemitteilung (21.09.2022)

Veranstaltungsflyer

Ansprechpartnerin:
Dr. Madeleine Petschke
Leiterin | Kultur & Gesellschaft
Tel.: 030 88412 205
» E-Mail schreiben

 

Pressemitteilung 05.09.2022

 

Ostdeutsche Perspektiven in den Medien

Bürgerdebatte im Bauhaus Museum Dessau

Haben Medien ein richtiges Gespür für relevante Themen? Diesen und anderen Fragen geht eine Bürgerdebatte am 14. September 2022 nach.

Dessau-Roßlau. Am 14. September 2022 lädt der gemeinnützige Verein Deutsche Gesellschaft e. V. von 18 bis 20 Uhr zur Bürgerdebatte im Bauhaus Museum Dessau (Mies-van-der-Rohe-Platz 1) ein. Den Fragen der Bürgerinnen und Bürger zur Medienberichterstattung über Ostdeutschland stellen sich Jeannette Gusko (Sprecherin, Netzwerk 3te Generation Ost), Prof. Dr. Sebastian Köhler (Professor für Journalistik und Kommunikationswissenschaft, HMKW; Journalist und Autor), Dr. Lutz Mükke (Medienjournalist) und Marc Rath (Chefredakteur, Mitteldeutsche Zeitung). Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten: 030 / 88412 – 205. Informationen zur Veranstaltung: www.deutsche-gesellschaft-ev.de.

„Ob Wirtschaftspolitik oder Klimawandel – unsere Berichterstattung wäre besser, hätten wir mehr ostdeutsche Perspektiven auf alle relevanten Themen. Denn von Ostdeutschland lässt sich viel lernen: Geschlechtergerechtigkeit, Innovationsfreude und vor allem ganz viel Pragmatismus“, meint Jeannette Gusko, Sprecherin des Netzwerks 3te Generation Ost, ein Think-Tank und ein Karrierenetzwerk, das den progressiven Osten vernetzt und voranbringt.

Die Bürgerdebatte „(K)ein richtiges Gespür für relevante Themen“ ist die vierte Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Meine Medien, meine Stimme? Zur Rolle der Medien in Ostdeutschland“, gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland und die Otto Brenner Stiftung. Medienpartnerinnen sind die Mitteldeutsche Zeitung und Volksstimme.

Pressemitteilung (05.09.2022)

Veranstaltungsflyer

Ansprechpartnerin:
Dr. Madeleine Petschke
Leiterin | Kultur & Gesellschaft
Tel.: 030 88412 205
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Pressemitteilung 02.08.2022

 

Stereotype über Ostdeutsche in den Medien

Bürgerdebatte in Schwerin mit dem Ostbeauftragten der Bundesregierung

Wie berichten unsere Medien über die ostdeutschen Bundesländer – und was sind die Folgen? Diesen und anderen Fragen geht eine Bürgerdebatte am 24. August 2022 nach.

Schwerin. Am 24. August 2022 lädt der gemeinnützige Verein Deutsche Gesellschaft e. V. zur Bürgerdebatte mit Carsten Schneider, dem Ostbeauftragten der Bundesregierung, ein. Von 18 bis 20 Uhr geht es in der IHK zu Schwerin (Graf-Schack-Allee 12) um die mediale Berichterstattung über Ostdeutschland. Den Fragen der Bürgerinnen und Bürger stellen sich ebenfalls Heiko Hilker, Geschäftsführer des Dresdner Instituts für Medien, Bildung und Beratung, Marieke Reimann, zweite Chefredakteurin des SWR, und Michael Seidel, Chefredakteur der Schweriner Volkszeitung. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten: 030 / 88412 – 205. Informationen zur Veranstaltung: www.deutsche-gesellschaft-ev.de.

Die mediale Berichterstattung über die ostdeutschen Bundesländer ruft Kritik hervor. Inwiefern spiegelt sie den Osten, seine Menschen und seine Realitäten wirklich wider? „Sowohl in den Redaktionen großer überregionaler Medien als auch in der Berichterstattung kommen Ostdeutsche kaum vor. Wenn über Ostdeutschland berichtet wird, dann zumeist in einem negativen Zusammenhang – ‚Rechtsextremismus‘ und ‚Armut‘ sind oft Hauptthemen. Das führt zu einer einseitigen, pauschalisierenden Darstellung von ‚Ossis‘ in den Medien, die auch dafür sorgt, dass Vorurteile eher bestehen bleiben als abgebaut werden, auch 33 Jahre nach der Friedlichen Revolution“, so Marieke Reimann.

Die Bürgerdebatte „So isser, der Ossi“ ist die dritteVeranstaltung im Rahmen der Reihe „Meine Medien, meine Stimme? Zur Rolle der Medien in Ostdeutschland“, gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland und die Otto Brenner Stiftung. Medienpartnerin ist die Schweriner Volkszeitung.

Pressemitteilung (02.08.2022)

Veranstaltungsflyer

Ansprechpartnerin:
Dr. Madeleine Petschke
Leiterin | Kultur & Gesellschaft
Tel.: 030 88412 205
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Pressemitteilung 29.06.2022

 

'Visualisations of 20th-century Forced Migrations' due to start in Berlin

Visual evidence of forced migration can be found everywhere in the once multi-ethnic regions of Central and Eastern Europe. Documenting and interpreting this evidence is crucial to understanding and expanding the visual memory of this painful chapter of European history. The educational project 'Visualisations of 20th-century Forced Migrations' – a new initiative of the European Network Remembrance and Solidarity (ENRS) and Deutsche Gesellschaft e.V. – offers an opportunity to explore historical sources creatively and to produce artworks that enhance the visibility of these events to the public. The three-month programme kicks off in Berlin on 29 June.

During the call for applications to 'Visualisations of 20th-century Forced Migrations' young artists and professionals under the age of 35 engaged in humanities and the arts were asked to formulate an artistic or documentary project aimed at exploring and visually documenting traces of forced migration. On 29 June nine individual participants and a pair chosen by an international jury will meet in Berlin to discuss their project proposals and take part in an intense series of workshops focusing on visual history in academic and artistic contexts. The introductory lecture will be given by Prof. Annette Vowinckel from the Leibniz Centre for Contemporary History Research in Potsdam. Workshops will be held by Irina Peter, a freelance journalist and podcast maker, Karolina Grzywnowicz, a visual artist from Poland, and Katarzyna Sagatowska, a curator, photographer and founder of JEDNOSTKA gallery and publishing house in Warsaw.

The participants come from nine European countries and from an array of different disciplines, including law, history, cultural studies, anthropology, sociology, journalism and the visual arts. Focusing on the Second World War and the period between 1933 and 1949, the ten selected proposals represent the participants’ varied cultural and academic backgrounds. Among them are, to name only a few, a stained-glass installation recounting the story of the forced resettlement of Crimean ethnic minorities in the 1940s; a legal analysis of documentary and civil photography taken during the time of resettlement actions carried out on the borders of Czechoslovakia; and a cartographic project juxtaposing simplified graphic representations of ethnic Germans’ routes to East and West Germany after the end of the war, and their real, intricate and often dramatic trajectories.

The meeting in Berlin marks the beginning of a three-month long period in which the project proposals are developed into completed works. During this time the participants will receive input and support from scholars and artists. Katarzyna Sagatowska will be the artistic mentor while Annemarie Franke, PhD (ENRS), and Vincent Regente, PhD (Deutsche Gesellschaft e.V.), will be responsible for the academic mentoring of the group.

The final presentation will take place in Wrocław (Poland) on 17–19 November, where the authors will meet up again at the Depot History Centre (Centrum Historii Zajezdnia) to present and evaluate the results of their work.

‘Visualisations of 20th-century Forced Migrations – Transnational Memory in Pictures and Art’ is a joint initiative of the ENRS and Deutsche Gesellschaft e.V. Further partners of the programme are: Gedankendach (Germany/Ukraine), the Western and Northern Territories Network (Poland), as well as the Remembrance and Future Centre and the Depot History Centre in Wrocław (Poland). The project is supported by the German Federal Government Commissioner for Culture and the Media and the Federal Institute for Culture and History of the Germans in Eastern Europe.

Contact for the media:

Annemarie Franke:

Vincent Regente:

Ansprechpartner:
Dr. Vincent Regente
Leiter | EU & Europa
Tel.: 030 88412 288
» E-Mail schreiben

 

Pressemitteilung 07.06.2022

 

Mediale Problemzone Ostdeutschland

Bürgerdebatte in Plauen

Am 22. Juni können Bürgerinnen und Bürger mit Fachgästen über die Medienlandschaft in den ostdeutschen Bundesländern diskutieren.

Plauen. „Ostdeutschland ist eine schöne, komplizierte und natürlich nicht homogene Region dieser Republik. Sie sollte so vielfältig beschrieben werden, wie sie ist. Deswegen, finde ich, kann es hier gar nicht genug Journalisten geben“, so Anne Hähnig, Leiterin des Leipziger Büros der Wochenzeitung DIE ZEIT. Allerdings stehen lokale wie (über)regionale Medien in den ostdeutschen Bundesländern vor zahlreichen Herausforderungen. Der Osten der Republik sei „eine massenmedial multiple Problemzone“, heißt es dazu in einer Studie der Otto Brenner Stiftung. Auch mangele es an journalistischem Nachwuchs mit ostdeutschem Hintergrund. Hähnig gehört zu den wenigen Ausnahmen. Sie wurde 1988 im sächsischen Freiberg geboren, ist im Erzgebirge aufgewachsen und hat dort, bei der Freien Presse, ihre ersten journalistischen Erfahrungen gesammelt. Wer mit ihr über die Medienlandschaft in den ostdeutschen Bundesländern diskutieren möchte, hat dazu am 22. Juni Gelegenheit. Der gemeinnützige Verein Deutsche Gesellschaft e. V. lädt zur Bürgerdebatte in die Festhalle Plauen ein. 18 bis 20 Uhr. Freier Eintritt. „Freue mich auf die Debatte in der Problemzone mit KollegInnen aus der Problemzone über die Problemzone #Medien im #Osten“, twitterte dazu Torsten Kleditzsch. Der Chefredakteur der Freien Presse stellt sich wie Hähnig den Fragen des Publikums. Dabei sind auch Ine Dippmann, Rundfunkjournalistin und Vorsitzende des DJV-Landesverbandes Sachsen, sowie der Medienjournalist und Autor der o. g. Studie Lutz Mükke. Rolf Schwanitz, Beauftragter für die Angelegenheiten der neuen Länder a. D., eröffnet die Veranstaltung mit einem Grußwort. Um Anmeldung wird gebeten: 030 / 88412 – 205. Informationen zur Veranstaltung: www.deutsche-gesellschaft-ev.de.

Die Bürgerdebatte „Mediale Problemzone Ostdeutschland“ ist die zweite Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Meine Medien, meine Stimme? Zur Rolle der Medien in Ostdeutschland“, gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland und die Otto Brenner Stiftung. Die Bürgerdebatte findet in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk Sachsen der Deutschen Gesellschaft e. V. statt.

Pressemitteilung (07.06.2022)

Veranstaltungsflyer

Ansprechpartnerin:
Dr. Madeleine Petschke
Leiterin | Kultur & Gesellschaft
Tel.: 030 88412 205
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Pressemitteilung 25.05.2022

 

Mediale Problemzone Ostdeutschland

Bürgerdebatte zur Rolle der Medien

Am 22. Juni diskutieren Bürgerinnen und Bürger mit Fachgästen in Plauen über die Strukturen, die heute die Medienlandschaft in Ostdeutschland bestimmen, und die Mediennutzung der Bevölkerung.

Plauen. Mit Fachleuten über die Strukturen, die heute die Medienlandschaft in Ostdeutschland bestimmen, und die Mediennutzung der Bevölkerung diskutieren – das können Bürgerinnen und Bürger am 22. Juni in der Festhalle Plauen. 18 bis 20 Uhr. Freier Eintritt. „Bis heute erweist sich der Osten der Republik als eine massenmedial multiple Problemzone“, heißt es in der Studie „30 Jahre staatliche Einheit – 30 Jahre mediale Spaltung. Schreiben Medien die Teilung Deutschlands fest?“, herausgegeben von der Otto Brenner Stiftung. So wird zum Beispiel die überregionale westdeutsche Presse hier so gut wie nicht gelesen, kaum eine Regionalzeitung ist im Besitz ostdeutscher Medienunternehmen und es mangelt an journalistischem Nachwuchs mit ostdeutschem Hintergrund. Lutz Mükke, Autor des Diskussionspapiers, nimmt an der Debatte teil. Er stellt sich den Fragen der Bürgerinnen und Bürger, gemeinsam mit Ine Dippmann, Vorsitzende des DJV-Landesverbands Sachsen, Anne Hähnig, Redaktionsleiterin der „ZEIT im Osten“, und Torsten Kleditzsch, Chefredakteur der Freien Presse. Rolf Schwanitz, Beauftragter für die Angelegenheiten der neuen Länder a. D., eröffnet die Veranstaltung mit einem Grußwort. Um Anmeldung wird gebeten: 030 / 88412 – 205. Informationen zur Veranstaltung: www.deutsche-gesellschaft-ev.de.

Die Bürgerdebatte „Mediale Problemzone Ostdeutschland“ ist die zweite Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Meine Medien, meine Stimme? Zur Rolle der Medien in Ostdeutschland“, gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland und die Otto Brenner Stiftung. Die Bürgerdebatte findet in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk Sachsen der Deutschen Gesellschaft e. V. statt.

Pressemitteilung (25.05.2022)

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Dr. Madeleine Petschke
Leiterin | Kultur & Gesellschaft
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Pressemitteilung 06.05.2022

 

Das letzte Wort hatte die Treuhand?

Bürgerdebatte zur Rolle der Medien in Ostdeutschland

Am 18. Mai diskutieren Bürgerinnen und Bürger mit Fachgästen in Cottbus über den Wandel der Presselandschaft im Zuge der Wiedervereinigung, die Rolle der Treuhandanstalt sowie die Beziehung der ostdeutschen Bevölkerung zu den Medien vor und nach dem Mauerfall.

Cottbus. „Der Rückblick ins Jahr 1989 und in die Jahre kurz danach ist essentiell, um zu verstehen, welche Strukturen bis heute den ostdeutschen Medienmarkt bestimmen“, schreibt Lutz Mükke in seiner aktuellen Studie „30 Jahre staatliche Einheit – 30 Jahre mediale Spaltung. Schreiben Medien die Teilung Deutschlands fest?“. Über den Wandel der Presselandschaft im Zuge der Wiedervereinigung, die Rolle der Treuhandanstalt sowie die Beziehung der ostdeutschen Bevölkerung zu den Medien vor und nach dem Mauerfall können Bürgerinnen und Bürger mit dem Medienjournalisten am 18. Mai im Alten Stadthaus in Cottbus diskutieren. 18 bis 20 Uhr. Freier Eintritt. Mit dabei ist auch Mandy Tröger. In den Umbruchsjahren 1989/90, so die Medienforscherin, seien Zeitungen nicht selten zu einem Sprachrohr für die Bevölkerung geworden. „Vor allem kleinere DDR-Zeitungen boten Raum für Bürgerforen und Debattenräume. Neugegründete Zeitungen boten eine Art kritischer Berichterstattung, die heute ihresgleichen sucht.“ Den Fragen des Publikums stellen sich ebenfalls die Leiterin des rbb-Studios Cottbus Angelika Jordan, die bereits vor der Fusion von ORB und SFB zum rbb in leitender Funktion für den ORB tätig war, und Gerald Praschl, Politik-Chef und ein „Urgestein“ bei der SUPERillu, deren erste Ausgabe am 23. August 1990 erschienen ist. Um Anmeldung wird gebeten: 030 / 88412 – 205. Informationen zur Veranstaltung: www.deutsche-gesellschaft-ev.de.

Die Bürgerdebatte „Das letzte Wort hatte die Treuhand?“ ist die erste Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Meine Medien, meine Stimme? Zur Rolle der Medien in Ostdeutschland“, gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland und die Otto Brenner Stiftung.

Pressemitteilung (06.05.2022)

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Dr. Madeleine Petschke
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Pressemitteilung 07.04.2022

 

Das letzte Wort hatte die Treuhand?

Bürgerdebatte in Cottbus zur Rolle der Medien in Ostdeutschland

Unter dem Titel „Das letzte Wort hatte die Treuhand?“ findet am 18. Mai eine Bürgerdebatte in Cottbus statt. Die Deutsche Gesellschaft e. V. lädt dazu ein, mit Fachleuten über die Umstrukturierung der ostdeutschen Presselandschaft nach 1990 und die Rolle der Treuhandanstalt zu diskutieren.

Cottbus. Mit Fachleuten über die Umstrukturierung der ostdeutschen Presselandschaft nach 1990 und die Rolle der Treuhandanstalt diskutieren – das können Bürgerinnen und Bürger am 18. Mai im Alten Stadthaus Cottbus. Zeit 18 bis 20 Uhr. „Große DDR-Zeitungen gingen an große westdeutsche Verlage. Die Folgen waren Monopolisierung und Pressekonzentration – bis heute“, so die Medienforscherin Mandy Tröger. Sie nimmt an der Debatte teil und stellt sich den Fragen der Bürgerinnen und Bürger, gemeinsam mit Angelika Jordan, Leiterin rbb-Studio Cottbus, dem Politik-Chef der SUPERillu Gerald Praschl und Medienjournalist Lutz Mükke. Freier Eintritt. Um Anmeldung wird gebeten. Informationen zur Veranstaltung: www.deutsche-gesellschaft-ev.de.

Die Bürgerdebatte „Das letzte Wort hatte die Treuhand?“ ist die erste Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Meine Medien, meine Stimme? Zur Rolle der Medien in Ostdeutschland“, gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland und die Otto Brenner Stiftung.

Pressemitteilung (07.04.2022)

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Dr. Madeleine Petschke
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2021

 

Pressemitteilung 20.11.2021

 

Siegerbeiträge des ersten Videowettbewerbs für junge Brückenbauer ausgezeichnet

Feierliche Preisverleihung am 19. November 2021 in Berlin

Die Deutsche Gesellschaft e. V. und die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen haben im Jahr 2021 den Wettbewerb „Junge Spätaussiedler/innen und junge Angehörige der Landsmannschaften als Brückenbauer in Deutschland und Europa“ ins Leben gerufen. Das Projekt hat zum Ziel, jungen Menschen mit familiärem Hintergrund im östlichen Europa und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion eine starke und visualisierte Stimme zu geben. Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet nutzten diese Möglichkeit, sodass die Jury eine schwere Auswahl treffen musste.

Den ersten Platz errang Christina Schlapak für ihren Film „Ungefähr 4000 Kilometer“. Der eindrucksvolle Beitrag erzählt die Geschichte der Russlanddeutschen und ihren Einfluss auf die Gegenwart der Spätaussiedler und ihrer Nachkommen in Deutschland. Den zweiten Platz belegte Georg Lipp mit seinem heiteren Filmbeitrag über lebendige schlesische Sprachtraditionen.

Platz drei ging an Katharina Martin-Virolainen für das Video „Hatte meine Oma Träume?“, das die nachwirkenden Traumata von Flucht und Heimatverlust eindrücklich darstellt. Den vierten Preis erhielt Anna Treutlein für ihren Beitrag, in dem sie ihren persönlichen Weg zu ihren Banat-schwäbischen Wurzeln und ihr Engagement zur Erhaltung von Kulturtraditionen ansprechend ausleuchtet. Platz fünf ging schließlich an Alexandra Dornhof für den Film „Brückenbauer – Von der Anwerbung durch Katharina II. bis 2021“, der den Einfluss der Weltgeschichte auf persönliche Schicksale kompakt und mitreißend darstellt.

Die Preisverleihung fand im Europasaal der Deutschen Gesellschaft e. V. in Berlin statt. Sie wurde gestaltet von Irina Peter, Journalistin und Stadtschreiberin von Odessa 2021. Der Festvortrag von Edwin Warkentin, Referent des Kulturreferats für Russlanddeutsche, behandelte Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Kulturarbeit. Warkentin unterstrich die vielfältigen Möglichkeiten, die junge Menschen bereits jetzt für den kulturellen und gesellschaftlichen Brückenbau über Grenzen hinweg nutzen. Diese wichtige Arbeit verdiene mehr Anerkennung und Aufmerksamkeit in der Gesellschaft. Die Laudationen auf die Preisträger hielt Hartmut Koschyk, Parlamentarischer Staatssekretär a.D., der das Engagement der jungen Teilnehmer würdigte.

Zur prominent besetzten Jury des Wettbewerbs gehörten, neben Hartmut Koschyk, Prof. Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, der langjährige ARD-Korrespondent Jürgen Osterhage, Thomas Konhäuser, Geschäftsführer der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, und Tilman Asmus Fischer, Publizist und Theologe.

Der Wettbewerb adressiert junge Spätaussiedler aus dem östlichen Europa und den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion sowie junge Angehörige der Landsmannschaften, Jugend- und Studentenringe, Jugendverbände sowie Interessengemeinschaften, die das deutsche kulturelle Erbe im östlichen Europa verbindet. Diese jungen Menschen sind in einem ganz besonderen Maße mit mehreren Kulturen verbunden. Ihre kulturellen und gesellschaftlichen Leistungen werden oft übersehen. Der Wettbewerb hat sie sichtbar gemacht.

Deutsche Gesellschaft e. V.

Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

 

Die Aufzeichnung der Preisverleihung und die bestplatzierten Wettbewerbsbeiträge sind als Zusammenschnitt auf den YouTube-Kanälen der der Deutschen Gesellschaft e. V. und der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen abrufbar.

Fotos (© www.wir-brueckenbauer.de) sind per WeTransfer bis zum 03.12.2021 hier herunterladbar: https://we.tl/t-CRfmQOtagZ

 

Ansprechpartner:

Dr. Vincent Regente
Deutsche Gesellschaft e.V.
Referent Politik & Geschichte
Tel.: +49 (0)30 88 412 288
 

Pressemitteilung 12.05.2021

 

„Brückenbau zwischen den Kulturen“

Videowettbewerb für junge Spätaussiedler/innen und junge Angehörige der Landsmannschaften gestartet

Die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen und die Deutsche Gesellschaft e. V. rufen zur Teilnahme am Videowettbewerb „Junge Spätaussiedler/innen und junge Angehörige der Landsmannschaften als Brückenbauer in Deutschland und Europa“ auf.

Der Wettbewerb richtet sich an junge Menschen im Alter von 15 bis 35 Jahren. In ihren kurzen Videos sollen sie sich mit der Frage befassen: „Was macht uns jeden Tag zu Brückenbauern zwischen unserer alten und neuen Heimat?“ Die Einsendungen werden von einer Jury ausgewertet. Die fünf besten Videos zeichnet sie mit einem Geldpreis aus. Eine Auswahl der Beiträge wird der Öffentlichkeit als Collage vorgestellt.

Junge Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler aus dem östlichen Europa und den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion sowie junge Angehörige der Landsmannschaften sind in einem ganz besonderen Maße mit mehreren Kulturen verbunden. Die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen und die Deutsche Gesellschaft e. V. geben diesen jungen Menschen mit diesem Wettbewerb die Gelegenheit, ihre oft übersehene Leistung als Brückenbauer zwischen diesen Kulturen und Heimatländern vorzustellen.

Welche Traditionen pflegen sie? Wo berühren sich die Kulturen im Alltag? Wo sind die Hürden und wie überwindet man sie? Wie bereichert die eigene Herkunft auch den Umgang mit anderen Kulturen?

Die Veranstalter setzen bewusst keine kreativen Grenzen, sodass bis zum 3. Oktober 2021 vielfältige Beiträge eingereicht werden können. Alle Teilnahmebedingungen und wichtigen Hinweise gibt es auf der Wettbewerbsseite:

www.wir-brueckenbauer.de

Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat hat für den Wettbewerb eine Förderung in Aussicht gestellt.

Ansprechpartner:
Dr. Vincent Regente
Deutsche Gesellschaft e.V.
Referent Politik & Geschichte
Tel.: +49 (0)30 88 412 288

 

2020

Pressemitteilung 19.11.2020

 

„Redet nicht über uns, sondern mit uns“

Potsdamer Regionalforum zum Antisemitismus in Deutschland

Akteurinnen und Akteure aus Politik, Kultur und Zivilgesellschaft informierten und diskutierten im Potsdamer Regionalforum „Antisemitismus in Deutschland“ am 19.11.2020 über die Vielfalt jüdischen Lebens und jüdischer Kultur in Berlin und Brandenburg. Eingeladen hatte die Deutsche Gesellschaft e. V. gemeinsam mit dem Waschhaus Potsdam, eines der größten soziokulturellen Zentren im Land Brandenburg. Bedingt durch die Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie fand die Veranstaltung ohne Publikum statt und konnte im Livestream mitverfolgt werden. Die Aufzeichnung ist weiterhin auf dem YouTube-Kanal der Deutschen Gesellschaft e. V. abrufbar. Katharina Schmidt-Hirschfelder, Journalistin bei der Jüdischen Allgemeinen, moderierte das Forum. Anne-Suse Gürtler und Angelina Sequeira Gerardo trugen mit ihrem Gebärdensprachdolmetschen zu einem barrierefreien Angebot bei.

Das letzte Regionalforum in diesem Jahr thematisierte die Erscheinungsformen des Antisemitismus in Deutschland und richtete zugleich den Blick auf eine neue und selbstbewusste Generation junger Jüdinnen und Jüdinnen, die sich aktiv in den Dialog einbringen.

In der ersten Gesprächsrunde konnte die Frage nach einer „Renaissance“ jüdischen Lebens nicht ohne weiteres bejaht werden. Prof. Dr. Julius H. Schoeps, Gründungsdirektor des Moses Mendelssohn Zentrums Potsdam, der selbst einer traditionsreichen deutsch-jüdischen Familie entstammt, konstatierte: Die Welt des deutschen Judentums von vor 1933 sei zwar unwiederbringlich vergangen, aber inzwischen sei ein neues und dynamisches Judentum entstanden, besonders durch den Zuzug aus der ehemaligen Sowjetunion und in jüngster Zeit auch aus Israel. Sigalit Feig, Sängerin an der Komischen Oper Berlin, und Sharon Kotkovsky, Schauspielerin und Regisseurin in Potsdam, sind solche Stimmen und Gesichter der neuen kulturellen Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland. Sie berichteten von ihrem Alltag zwischen Neugier und Diskriminierung, von der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Shoah, den vielen Wurzeln, die ihre Identität ausmachten, vom Gefühl der Verwurzelung und von der Bereicherung, die sie für das jüdische Leben in Deutschland und für den gesellschaftlichen Dialog sein können und sein möchten. Sigalit Feig präsentierte mit den Liedern „Layla Layla“ und „Bei Mir Bistu Shein“ eine Kostprobe des Schaffens, am Klavier begleitet von Tobias Tinker.

In der zweiten Runde kamen die jüngsten Podiumsgäste miteinander ins Gespräch. Ein großes Ausrufezeichen wollten sie hinter die Aussage „Zuhause in Deutschland“ setzen, auf keinen Fall ein Fragezeichen. Nachumi Rosenblatt, Leiter des Kinder-, Jugend und Familienreferats der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e. V., erlebt in seiner Arbeit, wie wichtig die Aufgabe ist, jungen Jüdinnen und Juden mit ihren eigenen Traditionen und ihrer Geschichte bekannt zu machen, manchmal prägend für das ganze Leben.

Tirzah Maor und Marat Schlafstein berichteten von ihrem Engagement bei „Meet a Jew“, ein Projekt des Zentralrats der Juden in Deutschland. Es bringt ehrenamtlich tätige junge Jüdinnen und Juden mit nichtjüdischen Menschen zusammen, für die es oft die erste Begegnung dieser Art ist. Maor und Schlafstein sind sich sicher, dass gerade dieses Projekt dazu beitragen kann, dass Antisemitismus gar nicht erst entsteht.

Monty Ott, Vorsitzender von Keshet Deutschland e. V., wies auf die große Bandbreite der vielen kleinen Gruppen und Initiativen innerhalb der jüdischen Community hin, die erst noch sichtbar gemacht werden müsse.

In der letzten Runde stand die Frage im Vordergrund, wie jüdisches Leben gestärkt und Antisemitismus bekämpft werden könne. Dr. Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, stellte klar, dass die Politik zwar die Leitlinien vorgeben könne, eine couragierte Zivilgesellschaft ihr aber zur Seite stehen müsse.

Marina Chernivsky vom Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment/ Beratungsstelle OFEK e. V. ergänzte, dass Antisemitismus oft noch institutionell und versteckt sei Es müsse gelingen, das Thema Antisemitismus in die Ausbildung pädagogischen Personals zu integrieren. Für Betroffene seien Strukturen und Anlaufstellen besonders wichtig, sagte Peter Schüler, Leiter der Fachstelle Antisemitismus am Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam. Diana Sandler, Beauftragte gegen Antisemitismus und für den Dialog mit den Religionsgemeinschaften des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden Land Brandenburg, stellte die aktive Rolle der Jüdischen Gemeinden in Brandenburg in den Vordergrund, ihr Erfolgsrezept: „Wir machen die Tür auf!“.

Dass jüdisches Leben in Deutschland bunt und vielfältig ist, wurde an diesem Tag durch jeden Beitrag deutlich gemacht. „Redet nicht über uns, sondern mit uns“, das ist die Empfehlung, die die Gäste des Regionalforums allen mitgeben wollten.

Sämtliche Informationen zum Regionalforum finden Sie unter www.antisemitismus-in-deutschland.de. Gefördert werden die Regionalforen der Deutschen Gesellschaft e. V. vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

 

Pressemitteilung 15.10.2020

 

Zukünftig mehr Kontakt und Austausch

Begegnung im Mehrgenerationenhaus Eschershausen

Vor Kurzem fand die erste Begegnungsveranstaltung im Rahmen des Projekts „Mein, dein, unser Deutschland“ statt. Eingeladen hatte die Deutsche Gesellschaft e. V. ins Mehrgenerationenhaus Eschershausen, ehrenamtliche Helferinnen hatten zu diesem Anlass ein üppiges georgisch-tschetschenisches Buffet gezaubert. Anliegen des gemeinnützigen Vereins ist es, ältere Bürgerinnen und Bürger mit Geflüchteten in Kontakt zu bringen. Zina Ulubaeva und Reda Alreda vom Zentrum für Migration in Eschershausen hatten sich bereit erklärt, über ihre Fluchtgeschichten zu sprechen.

1995 schon kam Frau Ulubaeva aus Tschetschenien nach Deutschland, nachdem sie mit ihrer Familie nur knapp einem Brandanschlag auf ihre Wohnung entgangen war. In Deutschland hat die Familie Asyl aus humanitären Gründen gefunden. „Mittlerweile kann ich über meine Flucht sprechen, sie gehört zu meinem Leben“, sagt die Mutter von drei Kindern. In Holzminden, wo sie heute zu Hause ist, fühlt sie sich sehr wohl: „Ich möchte nicht woanders leben“. Herr Alreda kam 2015 aus Syrien nach Deutschland. Nach dem Studium ging er zunächst in den Libanon, um dem Militärdienst zu entkommen, über die Türkei weiter per Boot nach Lesbos und später von Athen über die Balkanroute zu Fuß nach Deutschland. „Als ich in München ankam, wusste ich, ich bin endlich frei“, sagt er. Über das Fußballspielen habe er sich integriert, das ging eigentlich ganz schnell, so Herr Alreda. Er findet es bereichernd, das Gute aus zwei Kulturen kombinieren zu können: „Ich bin inzwischen mit einer Deutschen verheiratet. Natürlich trinke ich mit meinem Schwiegervater mal ein Bier, aber genauso faste ich auch im Ramadan.“

Zwar war der Teilnehmerkreis bedingt durch die Infektionsschutzregeln wegen der Corona-Pandemie eher klein, aber vielleicht entstand gerade deshalb eine so herzliche Gesprächsatmosphäre. Gabriele Uerckwitz, Leiterin des Mehrgenerationenhauses, war darüber ganz erstaunt: „Normalerweise sitzen hier alle in Grüppchen zusammen, die sich sowieso schon kennen und es ist ziemlich laut. Ich fand es richtig gut, dass es heute so ruhig war und dass sich alle zugehört haben.“ Die Teilnehmenden aus der Umgebung hatten gleich ganz konkrete Ideen, wie das Mehrgenerationenhaus sich für Geflüchtete einbringen könne: „2015 hatten wir viele Veranstaltungen für die Geflüchteten im Ort, besonders für die Kinder. Ich wusste gar nicht, dass immer noch 90 Geflüchtete hier leben. Besonders wenn man sieht, wie schwer es den Frauen fällt, Zeit für das Deutschlernen zu finden, dann müsste man doch was machen. Wir haben hier zwei Handarbeitskreise, auch persönliche Patenschaften wären toll. Man kann sich hier treffen und muss ja nicht Aufgaben aus einem Buch machen.“ Frau Uerckwitz gab den beiden Mitarbeitenden des Zentrums für Migration auch gleich noch den Veranstaltungsplan für die nächste Zeit mit: „Den haben Sie gar nicht? Das ist ja seltsam.“ In Zukunft wird der Austausch nicht mehr in Vergessenheit geraten.

Die Deutsche Gesellschaft e. V., die ihr Jubiläum Anfang des Jahres bei einer Festveranstaltung mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier feierte, ist seit 1990 in der politischen Bildungsarbeit tätig. Mit seinen Projekten setzt sich der Verein für ein respektvolles und gleichberechtigtes Zusammenleben in einem friedlichen Gemeinwesen ein.

Mehr Informationen zum Integrationsprojekt „Mein, dein, unser Deutschland“ gibt es auf der Website www.mein-dein-unser-deutschland.de. Gefördert wird das Projekt durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

 

Pressemitteilung 15.10.2020

 

Antisemitismus beginnt in der Alltagssprache

Erfurter Regionalforum zum Antisemitismus in Deutschland

Das Regionalforum Erfurt richtete den Fokus sowohl auf Antisemitismus als auch auf die Vielfalt jüdischen Lebens, die oftmals hinter der Berichterstattung über antisemitische Vorfälle verschwindet. Eingeladen hatte die Deutsche Gesellschaft e. V. gemeinsam mit der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, in deren Kultur- und Bildungszentrum die Veranstaltung stattfand.

Widmet sich das gerade begonnene Jubiläumsjahr „Neun Jahrhunderten jüdisches Leben in Thüringen“ zwar einem Jahrhunderte alten kulturellen Reichtum, so gab Prof. Dr. Reinhard Schramm, der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, doch zu bedenken, dass die Vielfalt, wie sie vor 1933 bestanden hat, sich bislang nicht wieder entfaltet habe. Gerade deshalb seien für Jüdinnen und Juden die familiären Traditionen so wichtig. Eine solche Tradition setzt auch Alexander Nachama als Ladesrabbiner fort, der wie der Pianist und Musikwissenschaftler Prof. Dr. Jascha Nemtsov vor allem die Bedeutung des interreligiösen und interkulturellen Dialogs hervorhob. Allerdings verwiesen die Podiumsreferenten zu bedenken, dass oftmals vielversprechend begonnene Dialoge beim Thema Israel in bekannte antisemitische Klischees zurückfallen.

Die Diskrepanz im gesellschaftlichen Dialog kam auch in der Podiumsrunde von Laura Cazés, Referentin für Verbandsentwicklung der ZWST, der Autorin Lena Gorelik und der Regisseurin Sharon Ryba-Kahn zur Sprache. Wo endet ehrliches Interesse und wann beginnt vorurteilsbeladene Fremdzuschreibung gegenüber Jüdinnen und Juden, war eine der zentralen Fragen. „Antisemitismus und Diskriminierung im Allgemeinen beginnt in der Sprache. Sie beginnt in der Alltagssprache. Sie beginnt nicht an einem Gewaltakt, sondern an der Stelle, an der Menschen schon sprachlich das Gefühl haben, aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden“, so Laura Cazés.

Welche Bedeutung Sprache hierbei spielt, reflektierten Dr. Marco Helbig, Leiter des Projektes „Rap Against Hate!“, Stephan J. Kramer, Präsident des Amtes für Verfassungsschutz Thüringen und Marina Chernivsky vom Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment. Marco Helbig gab im Rahmen einer Werkschau einen Einblick in seine Projektarbeit mit Jugendlichen, die sich über Musik und Text mit Antisemitismus auseinandersetzen. Die Bedeutung der praxisnahen Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Gegenstrategien, hob Marina Chernivsky in der Schilderung ihrer Arbeit mit Polizistinnen und Polizisten oder Lehrkräften hervor. Die Hoffnung richtet sich darauf, die nichtjüdische Mehrheitsgesellschaft zu sensibilisieren, damit Jüdinnen und Juden, ihre Identität nicht mehr verstecken müssen. Solange jedoch Menschen ihre Halsketten mit Davidstern nicht sorglos offen tragen können, sei dies ein gefährlicher Weg, der auch den Gesamtzustand der Gesellschaft widerspiegele, so Stephan J. Kramer.

Das nächste Regionalforum „Antisemitismus in Deutschland“ findet am 19. November 2020 in Potsdam statt. Sämtliche Informationen dazu finden Sie unter www.antisemitismus-in-deutschland.de. Gefördert werden die Regionalforen der Deutschen Gesellschaft e. V. vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Das Regionalforum Erfurt wurde in Kooperation realisiert mit der Jüdischen Allgemeinen, der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, dem Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment (ZWST e. V.), dem Zentralrat der Juden in Deutschland und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e. V.

 

Pressemitteilung 08.07.2020

 

Orientieren, entdecken, begegnen

Bundesweites Integrationsprojekt für Geflüchtete gestartet

Orientieren, entdecken, begegnen – auf diese Schwerpunkte konzentriert sich das neue bundesweite Integrationsprojekt „Mein, dein, unser Deutschland“ der Deutschen Gesellschaft e. V. Der gemeinnützige Verein unterstützt mit diesem Projekt ab sofort Geflüchtete mit kostenfreien Bildungsangeboten.

„Wir bieten Workshops über die Bundesrepublik Deutschland und Workshops über die deutsche Zeitgeschichte mit Exkursionen zu historischen Orten“, erklärt die Projektleiterin Madeleine Petschke von der Deutschen Gesellschaft e. V. „Zudem möchten wir in örtlichen Begegnungsstätten Gesprächsrunden zwischen Geflüchteten und älteren Bürgerinnen und Bürgern durchführen.“ Bei Bedarf können die Veranstaltungen von einer Dolmetscherin oder einem Dolmetscher begleitet werden.

Wer gemeinsam mit dem Verein einen Workshop oder mehrere Veranstaltungen vor Ort realisieren möchte, kann sich jederzeit an das Projektteam wenden. „Wir freuen uns auf die Anfragen und die Zusammenarbeit“, so Petschke. Auch mögliche Einschränkungen aufgrund des Coronavirus hat der Verein bedacht: Alle Veranstaltungen können auf Wunsch online realisiert werden.

Die Deutsche Gesellschaft e. V., die ihr Jubiläum Anfang des Jahres bei einer Festveranstaltung mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier feierte, ist seit 1990 in der politischen Bildungsarbeit tätig. Mit seinen Projekten setzt sich der Verein für ein respektvolles und gleichberechtigtes Zusammenleben in einem friedlichen Gemeinwesen ein. „Wir engagieren uns schon seit einigen Jahren für die Integration von Geflüchteten“, erläutert Petschke. „Bei unserem aktuellen Integrationsprojekt ‚Mein, dein, unser Deutschland‘ profitieren wir von den Erkenntnissen und Erfahrungen, die wir bei der Durchführung vorheriger Integrationsprojekte gesammelt haben.“ Dazu gehören u. a. „Meine neue Heimat. Kleine Bürgerkunde“ in Brandenburg, „Interkulturelles Lern- und Kompetenzzentrum Sport“ in Sachsen-Anhalt, „Deutschland Navi – Deutschland Diary“ in Nordrhein-Westfalen sowie die bundesweiten Integrationsforen „Initiativen ergreifen, Erfahrungen sammeln, Perspektiven entwickeln“.

Mehr Informationen zum Integrationsprojekt „Mein, dein, unser Deutschland“ gibt es auf der Website www.mein-dein-unser-deutschland.de.

Gefördert wird das Projekt durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

 

Pressemitteilung 25.06.2020

 

„Wir alle sind mehr als nur jüdisch.“

Heidelberger Online-Forum zum Antisemitismus in Deutschland

Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft informierten in dem Regionalforum „Antisemitismus in Deutschland“ über die Vielfalt jüdischen Lebens und jüdischer Kultur in Heidelberg und Baden-Württemberg. Eingeladen hatte die Deutsche Gesellschaft e. V. Bedingt durch die Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie, fand die Veranstaltung ausschließlich als Online-Forum im Livestream statt. Die Aufzeichnung der drei Veranstaltungstage ist weiterhin auf dem YouTube-Kanal des gemeinnützigen Vereins abrufbar.

Vielfalt jüdischen Lebens tritt nicht nur in Gestalt jüdischer Verbände zutage, sondern beginnt bereits individuell: „Wir alle sind mehr als nur jüdisch. [...] Wir sind alle mehr als nur die Markierung, die im öffentlichen Diskurs stattfindet,“ betonte Prof. Dr. Frederek Musall, stellv. Rektor der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg. Seine Gesprächspartnerin Adriana Altaras unterstrich in ihrem Beitrag, wie wichtig es sei, ein Bewusstsein für die Vielfalt jüdischen Lebens zu entwickeln. Es sei absolut sinnvoll, so die Schauspielerin, „über den Tellerrand zu schauen“.

Einen Beitrag zur Vernetzung bietet etwa MAKKABI Deutschland e. V. Dessen Präsident Alon Meyer erläuterte, dass die Funktion des jüdischen Turn- und Sportverbands darin bestehe, die Vielfalt in Deutschland zu erweitern: „Und dazu haben wir eben gelernt, dass Sport nicht nur ein gutes Tool ist, um jeden Einzelnen sportlich richtig zu fördern, sondern auch sozial, kulturell zu fördern.“ Ähnliche Erfahrungen schilderte Aron Schuster, Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e. V.: „Man muss Menschen aus verschiedensten Bereichen zusammenbringen, dass sie gemeinsam an Dingen arbeiten, das ist noch viel effektiver als eine einmalige Begegnung.“ Der Blick auf den Alltag jüdischer Gemeinden macht jedoch deutlich, dass Vielfalt auch Herausforderung bedeutet. Hierauf verwies Rami Suliman, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) Baden. Die Integration der Juden aus der ehemaligen Sowjetunion stelle eine „große Herausforderung in Baden” und in anderen Regionen dar. Dies betreffe vor allem die sprachliche und religiöse Integration.

Die abschließende Gesprächsrunde richtete den Fokus auf regionale Initiativen gegen Antisemitismus. Susanne Benizri-Wedde, Leiterin des Erziehungsreferats der IRG Baden, gab zu bedenken, dass im Moment die Gefahr bestehe, dass „alles Jüdische mit Antisemitismus verbunden“ werde. Hierdurch werde alles Jüdische negativ aufgefasst. Aus diesem Grund erzähle sie, so Ricarda Theiss, Referentin bei der Beratungsstelle gegen antisemitische Gewalt und Diskriminierung OFEK Hessen, immer erst einmal über Judentum, bevor sie mit Themen zu Antisemitismus beginne: „Ich gehe oft mit den Schulklassen in einen offenen Dialog, in der keine Frage falsch ist oder falsch platziert ist.“ Für einen offenen, aber entschiedenen Umgang mit Antisemitismus sprach sich auch Klaus Ziwey, Landeskriminaldirektor des Landes Baden-Württemberg, aus: „Wir nehmen Antisemitismus wahr, wir nehmen aber Antisemitismus nicht hin.“ Sowohl der Landeskriminaldirektor, als auch Joel Crepu, Präsident des Bundes Jüdischer Studierender Baden e. V. (BJSB), verwiesen auf die gesamtgesellschaftliche Dimension von Antisemitismus. Gerade dieser Aspekt von Antisemitismus, dass es „nicht nur die Juden betrifft, sondern die ganze Gesellschaft“, wäre ihm ein sehr wichtiges Anliegen, so Crepu. Das nächste Regionalforum „Antisemitismus in Deutschland“ findet im Oktober in Erfurt statt. Sämtliche Informationen dazu finden Sie unter www.antisemitismus-in-deutschland.de. Gefördert werden die Regionalforen der Deutschen Gesellschaft e. V. vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

Pressemitteilung 11.06.2020

 

„Ich will doch eigentlich nur Pianist sein.“

Hamburger Online-Forum zum Antisemitismus in Deutschland

„Achtet auf eure Sprache. Das wäre das Erste. Sprache macht Klima, Sprache macht Politik,“ lautete der eindringliche Appell des Pianisten Igor Levit gleich zu Beginn des Regionalforums Hamburg „Antisemitismus in Deutschland“. Die Deutsche Gesellschaft e. V. hatte dazu eingeladen, vom 8. bis 10. Juni im Livestream den Gesprächsrunden über jüdisches Leben, jüdische Kultur und Initiativen gegen Antisemitismus zu folgen. Bedingt durch die Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie, fand die Veranstaltung ausschließlich als dreiteiliges Online-Forum statt. Die Video-Aufzeichnung des Regionalforums ist auch weiterhin auf dem YouTube-Kanal des gemeinnützigen Vereins abrufbar.

Igor Levit eröffnete gemeinsam mit der Direktorin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden, Prof. Dr. Miriam Rürup, das Forum. „Jede Gesellschaft“, so Prof. Dr. Rürup, „produziert ihre eigenen ausgegrenzten Gruppen.“ Dies verhindere die individuelle Entfaltung von Jüdinnen und Juden in der Gesellschaft. „Ich will doch eigentlich nur Pianist sein,“ brachte Levit diese Situation aus eigener Perspektive auf den Punkt

Mit Blick auf die institutionellen Strukturen jüdischen Lebens verwies Daniel Botmann auf die Bedeutung der jüdischen Gemeinden. Diese seien „das Rückgrat der jüdischen Gemeinschaft“, so der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland. Auch wenn die dritte nach der Schoah geborene Generation „neue Ansätze in die Verbände“ bringe, ginge es der neuen Generation „nicht darum, Mauern einzureißen“, erklärte Benjamin Fischer, der Leiter der Stabsstelle Digitale Transformation der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. „Man bringt sich in die Verbände pragmatisch und konstruktiv ein.“ Auch Monty Ott, Vorstand von Keshet Deutschland e. V., betonte diesen Ansatz in seiner Vereinstätigkeit: „Wir wollen zeigen, wie wichtig queere Perspektiven sind. [...] Und da sehe ich Gemeinden als einen wichtigen Diskursraum“. Diesen Ansatz unterstrich Dr. Karen Körber, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für die Geschichte der deutschen Juden: „Auch wenn wir etwas verändern, lösen wir deswegen etwas nicht auf, sondern wir können nur existent bleiben, wenn wir Veränderungen zulassen.“

Initiativen auf Landes- und Regionalebene gegen Antisemitismus kamen beim Forum ebenso zur Sprache, aber auch aktuelle Herausforderungen, denen sich Politik und Gesellschaft stellen müssen, wie etwa antisemitische Verschwörungstheorien im Zuge der Corona-Pandemie. „Das Ziel ist klar, es geht um Spaltung der Gesellschaft und die Propagierung von Antisemitismus. Dieser zersetzenden Menschenfeindlichkeit setzen wir eine solidarische und offene Gesellschaft entgegen“, so Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg. Aber es sind nicht nur Verschwörungstheorien, sondern auch alltägliche Wissensdefizite, die eine Herausforderung darstellen: „Was den Kampf gegen Antisemitismus schwierig macht ist, dass viele die Inhalte des Judentums gar nicht kennen,“ sagte Nissar Gardi, Projektleiterin der Beratungsstelle „empower“. Dem schloss sich Philipp Stricharz, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Hamburg an: „Es wird meiner Meinung nach zu wenig Fokus daraufgelegt, wer eigentlich die Menschen sind, über die wir sprechen.“ Dies zu ändern, ist ein Ziel der Veranstaltungsreihe „Antisemitismus in Deutschland“. Die nächste Möglichkeit hierzu besteht vom 23. bis 25. Juni, ebenfalls im Livestream. Weiter Informationen erhalten Sie unter: www.antisemitismus-in-deutschland.de. Gefördert werden die Regionalforen der Deutschen Gesellschaft e. V. vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

Pressemitteilung 14.01.2020

 

Bundespräsident ruft zum Kampf für Freiheit und Demokratie auf

Frank-Walter Steinmeier bei der Festveranstaltung „30 Jahre Deutsche Gesellschaft e. V.“

Wenn es den Verein nicht schon gäbe, dann müsste man ihn gerade jetzt erfinden. Mit diesen Worten dankte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier der Deutschen Gesellschaft e. V., die mit einer Festveranstaltung in der Berliner Nikolaikirche an ihre Gründung im Januar 1990 erinnerte. Seit 30 Jahren schafft sie Räume, in denen Bürgerinnen und Bürger über politische und gesellschaftliche Fragen diskutieren können, so Steinmeier. Besonders dankbar sei er dem Verein, dass er die Erinnerung an die deutsche Diktatur- und Demokratiegeschichte wachhalte. „Denn wenn unsere Demokratie eine Zukunft haben soll, dann müssen wir auch gegen das Vergessen, das Verbiegen und Verleugnen unserer Geschichte kämpfen.“ Gerade „Erinnerung schafft ein Bewusstsein dafür, dass sich der Kampf für Freiheit und Demokratie nie erledigt hat, dass wir ihn immer wieder aufs Neue führen müssen“, sagte Steinmeier in seiner Rede in der voll besetzten Nikolaikirche.

Mehr als 250 Menschen waren in die geschichtsträchtige Kirche gekommen, in der die Deutsche Gesellschaft e. V. am 13. Januar 1990 von Bürgerrechtlern, Politikern, Schriftstellern und Künstlern und Wissenschaftlern gegründet worden war. Sabine Bergmann-Pohl, Präsidentin der ersten und letzten frei gewählten Volkskammer der DDR, erinnerte sich in ihrer Rede an die bewegten Zeiten acht Wochen nach dem Mauerfall und acht Wochen vor den ersten freien Wahlen. Seither seien viele Projekte geglückt und Hürden überwunden worden, etwa beim Engagement für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche. Weiterkämpfen müsse und werde die Deutsche Gesellschaft e. V. für das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin, für dessen Errichtung sie seit 2005 eintritt. „Leider ist es für uns Zeitzeugen kein Ruhmesblatt, dass fast 30 Jahre nach dem Fall der Mauer noch kein Denkmal von nationalem Rang an diesen wohl schönsten und glücklichsten Moment unserer Geschichte erinnert“, so Bergmann-Pohl.

Auch Franz Müntefering kam auf die Geschichte des Vereins zu sprechen. Es sei eine „deutsche und europäische Erfolgsgeschichte“, betonte der Co-Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft e. V. „Aufeinander zugehen, zuhören, Vorurteile abbauen, miteinander Handeln – das ist es, was die Deutsche Gesellschaft in alljährlich über 700 Veranstaltungen, Begegnungen und Projekten in Deutschland und Europa macht. Wir gehören damit nicht nur zu den aktivsten überparteilichen Nichtregierungsorganisationen, sondern auch zu denen, die ihren Gründungsgedanken leben – die Förderung politischer, sozialer und kultureller Beziehungen in Europa“, so Müntefering.

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